Rezension von Lena, 18 Jahre alt
Als der Drachenjunge Fionrir an seinem siebten Geburtstag
aufwacht, weiß er schon, dass dieser Tag ein ganz besonderer ist, denn Drachen sind
ab ihrem siebten Geburtstag keine Kinder mehr, sondern schon fast erwachsen. Aber
wie besonders dieser Tag wirklich für ihn wird, kann er noch nicht ahnen, als
er sein großes Geschenk auspackt und darin nichts anderes als ein Menschenmädchen
findet! Quirina ist eine Prinzessin und gar nicht begeistert, von Drachen
entführt worden zu sein. Als Fionrir sie dann auch noch fressen soll, ist sein
Geburtstag endgültig im Eimer. Er mag Menschen schließlich, besonders Mirka und
Wilko, die bei seinen Eltern in der Drachenhöhle wohnen. Ihm ist klar: Er muss
Quirina um jeden Preis davor beschützen von seiner Familie gefressen zu werden,
also beschließt er, sie allein nach Hause zu bringen. Eine abenteuerliche Reise
beginnt…
„Fionrirs Reise“ wurde von Andreas Arnold geschrieben, der hier
in der Wetterau lebt, weshalb ich netterweise für unseren Leseclub ein
Rezensionsexemplar von ihm zugesandt bekommen habe, vielen Dank! Ich liebe
Märchen ja über alles und ich finde „Fionrirs Reise“ kommt dem schon sehr nahe,
schließlich gibt es Drachen, Prinzessinnen, Räuber und sogar sprechende Tiere.
Eigentlich bin ich ja fast schon zu alt für das Buch, aber mal ehrlich, wer ist
denn bitte jemals zu alt für Drachen? Selbst in „Game of Thrones“ gibt es sie.
Im Gegensatz zu diesen oft sehr blutrünstigen Artgenossen, sind Fio und seine
Familie eigentlich sehr friedlich, weshalb Fio ja auch so schockiert ist, dass
er auf einmal einen Menschen fressen soll. Die Reise mit Quirina ist zwar
abenteuerlich, aber ebenso schnell wieder zu Ende, wie sie angefangen hat, denn
bevor Fio richtig versteht, was da gerade vor sich geht, hat der mysteriöse
Wanderkrämer Aigolf die Prinzessin aufs Neue entführt. Das kann Fio natürlich
nicht auf sich sitzen lassen, schließlich hat er Quirina versprochen, sie nach
Hause zu bringen. Ich finde es toll, welche Charaktereigenschaften hier Kindern
vermittelt werden. Fio gibt nicht auf, auch wenn er vielleicht doch noch ein
bisschen zu klein ist, diese Reise allein zu schaffen. Aber das ist kein
Problem, denn er kann sich immer auf sein Rudel verlassen, dass er im Laufe des
Buches um sich herum sammelt. Freundschaft und Loyalität wird hier
großgeschrieben, auch wenn es immer wieder Zankereien gibt. Das ist aber meiner
Meinung nach nicht schlimm. Wer streitet sich denn mal nicht mit seinen
Freunden? Wichtig ist aber, dass man sich danach wieder zusammenrauft und man
sich trotzdem immer aufeinander verlassen kann. Die Welt von Fionrir ist sehr aufregend,
ständig passiert irgendetwas ganz Unvorhergesehenes. Aber das Tempo tut dem
Buch sehr gut und auch der Schreibstil leidet keinesfalls darunter. Mir hat „Fionrirs
Reise“ wirklich gut gefallen, denn durch die hübschen Illustrationen und den
lebhaften Erzählstil hat man das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. Es tauchen
zwar wirklich viele Personen auf, aber die kann man vorne immer im Register
nachschlagen, das fand ich sehr gut gelöst. Ich empfehle „Fionrirs Reise“ für
Jungen und Mädchen ab neun Jahren zum Selberlesen, zum Vorlesen sogar schon ab acht.
Ein gutes Kinderbuch mit tollen Bildern!
Fionrirs Reise
von Andreas Arnold
aus dem Reimheim Verlag
ISBN: 978-3-945532102